IT-Blog

Automatische Windows Updates – Das notwendige Übel

Mo, 31. Mai 2021

Warum Updates wichtig sind

Wer sich schon sehr lange mit IT und Computern beschäftigt, hat bereits viele Arten und Eigenheiten von Geräten miterlebt.

Heutzutage erleben wir praktisch täglich eine Flut von Updates, die unsere Hardware, Programme und Betriebssysteme besser, stabiler und umfangreicher machen. Außerdem sollen die Updates Sicherheitslücken schließen, die entweder von Anfang an existent waren und noch nie aufgedeckt wurden, oder durch neue Funktionalitäten hinzugekommen sind.

Aber nicht nur durch neue Funktionen entstehen Sicherheitslücken, sondern vor allem durch die veränderten Bedingungen, unter denen Geräte, Betriebssysteme und Programmen operieren. Kaum ein Gerät ist heute nicht mit dem Internet verbunden – mittlerweile sogar Waschmaschinen und Kaffeeautomaten.

Was auf der einen Seite oft ein deutlicher Komfortgewinn ist und uns Tür und Tor zur weiten Welt öffnet, dient auf der anderen Seite dazu, dass praktisch jeder, der über Internet verfügt, theoretisch auf solche Geräte und Programme zugreifen kann.

Da man nicht nur als Privatperson keinen Zugriff auf sein Eigentum möchte, sondern insbesondere Unternehmen ihre Daten schützen und den reibungslosen Ablauf aufrechterhalten müssen, gibt es natürlich viele Schutzmechanismen, die ständig an neue Erkenntnisse und Umstände angepasst werden.

Wir sind mittlerweile gewohnt, dass zum Beispiel das Betriebssystem Windows einer regelmäßigen Update-Welle unterliegt. Das sind aber nicht nur Funktionserweiterungen, sondern der Versuch, gefährliche Lücken zu schließen und einen ungewollten Zugriff von außen zu unterbinden.

Dann machen wir doch die Updates

Die Sicherheitspatches und Updates seitens Microsoft sind kostenlos. Und die Wahl, ob sie installiert werden oder nicht, obliegt nicht mehr dem User beziehungsweise dem Administrator. Allenfalls eine zeitliche Verschiebung lässt Windows 10 noch zu, aber um eine Installation kommt man nicht herum.

Für Leute, die sich intensiv mit dem PC und dessen Hardware beschäftigen, ist das aber nicht immer zum Vorteil. Denn auch Microsoft hat schon das eine oder andere Update gründlich verpatzt. Einige Male sogar so sehr, dass die Patches wieder zurückgezogen werden mussten. Fehler oder gar komplette Abstürze des Betriebssystems waren in bestimmten PC-Konfigurationen keine Seltenheit.

Dann lieber doch nicht installieren?

Der Nutzen überwiegt deutlich. Auch wenn das eine oder andere Gerät Probleme bekommt, unterm Strich fällt dies meist in die Kategorie „ärgerlich“. Sollten jedoch Personen oder Gruppen, die weltweit operieren, ihre kriminelle Energie in die Ausnutzung einer Sicherheitslücke stecken, dann fallen uns ganz andere Wörter als „ärgerlich“ ein. Von den daraus möglicherweise entstandenen Problemen ganz zu schweigen.

Also installieren wir die Updates und alles ist gut.

Gut gedacht, aber diese Rechnung wurde ohne Microsoft gemacht. Updates können Probleme verursachen. Das hat der eine oder andere schon bemerkt. Und auch Programme von anderen Anbietern können nicht immer ohne zusätzliche Updates oder gar neue Versionen mit dem Betriebssystem mithalten.

Aber auch wenn man sich hier gut abgesichert hat, auch wenn man alle Updates und Patches einspielen lässt, kann es noch ein anderes Problem geben: Die Updates lassen sich nicht installieren. Der automatische Windows-Update-Dienst meldet dann kryptische Fehler mit Fehlercode oder seit Kurzem auch mit einer Meldung in roten Buchstaben „Auf Ihrem Gerät fehlen wichtige Sicherheits- und Qualitätsfixes“.

Ratlos bei Problemen

Hängt der Update-Prozess erstmal, ist für den Laien eine Lösung kaum zu erreichen. Viele enden nach verzweifelten Neustarts und immer wieder neu gestarteten Updatevorgängen entweder in der Resignation oder Neuinstallation von Windows.

Aber nicht nur Laien haben Probleme, auch Profis können oftmals nicht wirklich nachvollziehen, woran es hängt. Bevor jedoch der Experte aufgibt, wird er mit einigen Tricks versuchen, den Update-Prozess doch noch zum Laufen zu bringen. Und was man dabei tun kann, wollen wir hier kurz beschreiben.

Tipps zum Nachlesen

Fahren Sie den Computer herunter. Dazu klicken Sie auf das Windows-Startzeichen, wählen das Symbol für Ein/Aus und drücken auf die Schaltfläche „Herunterfahren“. Achten Sie dabei darauf, dass Sie beim Drücken der Schaltfläche die Shift-Taste (Hochstelltaste) gedrückt halten. Damit fährt der PC wirklich herunter und bleibt nicht in irgendeinem Energiesparmodus hängen, in dem kein richtiger Neustart passiert.
Werden beim Update Fehlercodes ausgegeben oder ein Hinweis auf ein fehlendes Update, kann man sich erstmal selber auf der Microsoft-Seite schlau machen.
Einerseits gibt es unter https://www.catalog.update.microsoft.com/Home.aspx die Möglichkeit, sich die fehlenden KB-Files herunterzuladen und manuell zu installieren. Andererseits weiß natürlich auch Microsoft, dass Updates fehlschlagen können. Darum gibt es unter https://support.microsoft.com/de-de/windows/behandeln-von-problemen-bei-der-aktualisierung-von-windows-10-188c2b0f-10a7-d72f-65b8-32d177eb136c auch Informationen direkt vom Hersteller, wie Sie das Problem bei Ihnen lösen.

Es empfiehlt sich, immer zuerst die Tipps und Lösungsvorschläge direkt von Microsoft durchzuführen. Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf unterschiedliche Lösungen zu den unterschiedlichsten Windows-Versionen gestoßen. Nur wer Tipps gründlich analysiert hat überhaupt erst die Chance herauszufinden, für welches OS denn nun die Lösung greift. Versuchen Sie nicht, Windows 7-Tipps auf Windows 10 auszuführen. Das kann funktionieren, aber in vielen Fällen eben auch nicht.

Noch mehr Tipps, aber für den Laien wird’s gefährlicher

Schlagen die Tipps von Microsoft fehl, gibt es noch die eine oder andere Möglichkeit, den Rechner wieder ordnungsgemäß zum Laufen zu bringen.

Dazu wählen Sie in der Windows-Update Auswahl den Link für „Updateverlauf anzeigen“ aus.

Updateverlauf anzeigen in Windows

Im nächsten Fenster klicken Sie auf Updates deinstallieren.

Ansicht des Updateverlauf in Windows

Jetzt können Sie die aufgeführten Updates deinstallieren, neu starten und dann versuchen, das Windows Update neu zu starten.

Deinstallation von Updates in Windows

Beachten Sie bitte Folgendes:

Notebooks sollten während des Update-Prozesses nicht in den Stromsparmodus schalten. Ändern Sie dafür eventuell die Energiespareinstellungen und schließen das Gerät in jedem Fall an die Stromversorgung an.

Bei älteren Geräten kann der Update-Prozess auch sehr lange dauern. Schalten Sie das Gerät niemals aus, bevor Windows das Update nicht beendet hat. Sonst würden Sie genau diese Fehler provozieren, die im Nachhinein weder nachvollziehbar noch leicht zu korrigieren sind.

Letzter Tipp

Falls auch hier kein Erfolg in Sicht ist, gibt es noch zwei Möglichkeiten.

Das Zurücksetzen des Computers: Damit hat man die Möglichkeiten, eine komplette Neuinstallation durchzuführen oder nur die Apps und Programme zu entfernen, die Daten aber beizubehalten. Beachten Sie dabei, dass Webseiten-Favoriten zwar gespeichert werden, die zugehörigen Kennwörter, die im Browser gespeichert waren, jedoch verloren gehen.
Eine komplette Neuinstallation von einem bootbaren Medium: Die sauberste und meist auch schnellste Methode ist eine Neuinstallation des Betriebssystems. Beachten Sie aber, dass ein Computer auch die neuesten Treiber der darunter liegenden Hardware benötigt. Diese sollten vorsorglich vom Hersteller heruntergeladen werden. Es ist schon öfter passiert, dass zwar Windows neu installiert wurde, aber ein spezieller Treiber für die Netzwerkkarte nicht vorhanden war und somit kein Zugriff auf das Internet möglich ist. Noch besser ist es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wir helfen mit unserem Support natürlich auch gerne.
In jedem Fall sollten Sie aber über eine adäquate Datensicherung verfügen. In einem unserer letzten Blogartikel haben wir eine kleine Anleitung zusammengestellt, wie man kostengünstig auch im heimischen Bereich eine solche Sicherung erstellt.