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Das Home-Office und unsere Geräte

Do, 4. Februar 2021

Der Octa-Core 32 GByte RAM-Business-PC unterm Schreibtisch im Büro, ausgestattet mit modernster NVMe-SSD-Technologie und zusätzlich die neuesten 4K-UHD-27 Zoll Monitore im Doppelpack mit Daisy-Chain-Verbindung. Das Internet mit Glasfaser und Gigabit-schneller Verbindung zur Außenwelt. Dazu der mächtige Multifunktionsdrucker im Flur, für den Hochglanz-Kopien genauso wenig eine Herausforderung darstellen wie 20.000 gedruckte Seiten pro Woche. Ja, im Büro der Firma geht es uns sehr gut.

Auf der anderen Seite der etwas betagte Stand-PC im heimischen Hobby-Raum. Mit gerade mal zwei Prozessorkernen und 2 Gigabyte RAM schnauft er schon, wenn wir den Webbrowser öffnen. Immerhin startet das Windows XP noch innerhalb von 3 Minuten hoch, nochmal eine Minute länger und wir erblicken unser gutes altes Office 2003 (ja, das mit den alten Menüstrukturen!).

Wer jetzt denkt, dass das ein krasser Vergleich ist, hat recht. Wer zudem annimmt, dass es sich hierbei um reine Utopie handelt, hat unrecht. Ich persönlich kenne mindestens zwei Personen, auf die die zweite Variante inklusive Windows XP zutrifft.

Jetzt muss man es für das Home-Office nicht übertreiben. Niemand braucht die ultimative Gaming- und Multimediamaschine, um mit Office365 oder Teams am betrieblichen Tagesgeschehen teilzunehmen. Zudem gibt es auch mehrere Möglichkeiten, unterschiedliche Geräte für unterschiedliche Aufgaben einzusetzen.

Wird im Home-Office über das Internet auf einen Terminalserver zugegriffen, erübrigen sich fast alle Hardware-Anforderungen. Hier reichen bereits sogenannte Thin-Clients, die Arbeit wird am Server in der Firma verrichtet.

Bedeutet Home-Office jedoch anstatt eines Terminalservers den Einsatz von Microsoft 365 und Teams, dann wird von der Hardware mehr verlangt.

Der Arbeitsplatzrechner (PC, Note- oder MacBook)

Bei Windows-Betriebssystemen ist es wichtig, dass regelmäßig die aktuellen Patches installiert werden und mindestens (oder bestenfalls) der Windows Defender (Antivirenschutz) aktiviert ist. Alle älteren Microsoft Betriebssysteme, wie Windows 7 oder davor, wurden von Microsoft bereits ausrangiert und sollten keinesfalls mehr benutzt werden.

Als Alternative bieten sich auch Geräte mit macOS oder Linux an. Auch hier werden viele Programme als lokale Installation angeboten oder können zumindest als Web-Variante gestartet werden. Aber auch hier gilt grundlegend, dass es sich um eine aktuelle und vor allem gepatchte Version des Betriebssystems mit vernünftigem Virenschutz handelt.

Mit einem Stand-Gerät oder Notebook (mit Dockingstation) geht die bestmögliche Home-Office Erfahrung einher. Der Arbeitsplatz lässt sich wie im gewohnten Büro gestalten, ein oder mehrere Monitore finden Platz am Schreibtisch. Im hauseigenen Netzwerk kann sich dann bei Bedarf auch ein einfacher Multifunktionsdrucker integrieren lassen, falls dieser nicht sowieso schon längst zum Hausinventar gehört.

Hat die Firma bereits die Cloud im Einsatz, ist es ein leichtes, Home-Office richtig umzusetzen. Daten und Dokumente werden nicht am heimischen USB-Speicher gesichert, sondern wandern direkt in den Cloudspeicher. Wer hierbei Teams nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Kollaboration nutzt, braucht sich auch keine Gedanken um die Zugänglichkeit für Kollegen machen. Die Arbeitsweise entspricht weitestgehend dem, wie wir es vom Büro aus kennen.

Zusätzlich haben wir hier die wenigsten Probleme, um Headsets, Webcams oder sonstige Peripherie zu nutzen.

Für die normalen Office-Aufgaben reicht ein Standard-PC vollkommen aus.

Sonderfall Notebook

Im Grunde gilt für ein Notebook, das ja an und für sich ein PC in geschrumpftem Format ist, das Gleiche wie für Standgeräte. Nur mit der einen oder anderen Einschränkung, die sich aber meist leicht umgehen lässt. Zu den Notebooks können wir auch sämtliche Notebook/Tablet-Hybriden zählen, die sich halb Tablet und halb Notebook bezeichnen, wie es zum Beispiel ein Microsoft Surface oder sogenannte Convertibles machen.

Umständlicher sind nämlich Monitore anzuschließen. Normale Monitore verfügen entweder über HDMI, DVI oder Display-Port Anschlüsse. Manche haben alle drei Optionen, anderen fehlt zum Beispiel ein HDMI-Anschluss. Auf der anderen Seite haben die meisten Notebooks nur einen Video-Ausgang, ganz moderne Geräte erledigen dies über Mini-Display-Port oder USB-C bzw. Thunderbolt.

Und da wird es für den Laien schon recht unüberschaubar und kompliziert. Um dem ganzen Tohuwabohu der Adapterkabel, Splitter und Verlängerungen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich für den stationären Gebrauch definitiv eine Dockingstation. Idealerweise vom Hersteller des Notebooks. Dort werden die Monitore, die Maus und Tastatur und vor allem auch ein richtiges Netzwerkkabel verbunden. Das Notebook wird mit einem einfachen Kabel oder einer Aufnahme mit der Dockingstation verbunden und verhält sich im Grunde dann wie ein PC.

Neben dem Vorteil, dass man ein Notebook mitnehmen kann, hat man auch seit Jahren schon die Webcam und ein Mikrofon im Gerät integriert. Ach ja, und natürlich den eingebauten Monitor.

Benutzt man aber Kommunikationstools wie z. B. Teams öfter, kommt man um ein Headset nicht herum. Die integrierte Webcam reicht in den allermeisten Fällen aus. Beim PC muss beides angeschafft werden.

Kann ich auch am Tablet arbeiten?

Ja, man kann. Es empfiehlt sich aber eher schon aufgrund der Bauart und Bedienung nicht unbedingt für den kompletten Arbeitstag. Da es für Android- als auch iOS-Tablets Office-Apps gibt, die sich direkt auf das Tablet (oder Smartphone) installieren lassen, ist rudimentäres Arbeiten möglich. Allerdings macht Excel auf einem 8 oder 9 Zoll Display keinen Spaß. Am ehesten lässt sich hier ein sehr großes Tablet rechtfertigen, wie zum Beispiel das iPad mit fast 13 Zoll Diagonale. Trotzdem eignen sich Tablets allein schon wegen der Tastatureingaben für viele Aufgaben nicht. Wer allerdings seine Mails lesen und schnell antworten möchte, kann damit sicher einen Teil erledigen.

Im Extremfall lassen sich aber auch Office-Aufgaben (Webanwendungen) und Kommunikation damit abwickeln. Gedacht sind solche Geräte aber eher, um sich mit aktuellen Informationen zu versorgen oder unterwegs komfortabel E-Mails und Termine zu verwalten.

Mit einer speziellen App kann so ein Tablet aber auch mit einem PC gekoppelt werden, um dann als zweiter (oder dritter) Monitor verwendet zu werden. Das kann dann allerdings in gewissen Situationen eine starke Hilfe sein. Vor allem, wenn man nur ein Notebook hat und einen zweiten Bildschirm benötigt.

Kaum Chancen hat man allerdings mit solchen Geräten, diese im Home-Office an Monitore und vorhandenen Maus-Tastaturkombinationen anzuschließen. Auch der Druck gelingt oft nicht mit haushaltsüblichen Druckern.

Das Smartphone

Was für das Tablet gilt, gilt im kleineren Maßstab auch für Smartphones. Abgesehen von einzelnen Business-Geräten von Samsung, die mittels USB-C und KNOX sich mit einem großen Bildschirm, Tastatur und Maus verbinden lassen, geht auch hier der Weg in Richtung mobiler Kommunikation. Durch die vorhandenen Apps können zwar auch Office-Dokumente gesichtet und bearbeitet werden, aber aufgrund der Größe des Displays ist auch das nur eine Notlösung.

Mit Teams funktioniert aber die Kommunikation mittels Smartphone erstaunlich gut, haben diese Geräte doch meistens eine sehr gute Frontkamera verbaut. Deutlich besser als bei den meisten Tablets und in vielen Fällen besser als die Webcam eines Notebooks. Mit speziellen Apps lässt sich zudem das Smartphone auch mit dem PC koppeln, um dort als Webcam zur Verfügung zu stehen.

Programm, App oder Web?

Mit diesen drei Varianten erschlägt Microsoft so ziemlich jeden Anwendungsfall für Microsoft 365. Den vollen Funktionsumfang erhält man mit den lokal installierten Programmen. Diese gibt es für Windows und auch für macOS.

Die Apps wiederum sind die abgespeckten lokalen Varianten für Android- und iOS-Geräte. Man kann Dokumente zwar öffnen und bearbeiten, aber bereits bei Makros und komplexen Excel-Dokumenten steigen die Apps aus.

Etwas besser sieht es hier mit den Webanwendungen aus. Die können von jedem Gerät aufgerufen werden, das über einen aktuellen Browser verfügt. Dies macht uns komplett unabhängig von den Geräten und Standort. Aber Achtung. Auch hier steht (noch) nicht der volle Funktionsumfang der Office-Programme zur Verfügung.

Fazit:

Im Home-Office arbeiten ist keine Hexerei und auch mit wenig finanziellem Aufwand zu betreiben. Allerdings sollte man je nach Dauer der Home-Office-Phase abwägen, wie professionell man sein Heimbüro ausstatten will. Neben technischen Gesichtspunkten fallen ja auch ergonomische Gründe an. Wer den ganzen Tag sitzt, braucht auch zu Hause einen ordentlichen Bürostuhl und keinen Ersatz aus der Küche. Gleiches gilt für Monitore. Kurze Zeit am Notebook arbeiten mag in Ordnung gehen, auf Dauer sind aber auf jeden Fall Monitore anzuschließen. Und aus dieser Sicht sind Tablets und Smartphones allein nicht für das Home-Office geeignet.