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Haben Sie noch alle Daten im Schrank?

Di, 13. April 2021

Getreu dem Motto „Es wird schon nichts passieren“ sind unsere heimischen Computer relativ oft eher mangelhaft gegen Datenverlust gewappnet. Anders als in Unternehmen vertrauen viele auf die verbaute Hardware und deren Ausfallsicherheit. Wer allerdings schon einmal Daten, Dokumente oder Fotos durch ein Missgeschick oder einen technischen Defekt unwiderruflich verloren hat, geht naturgemäß in Zukunft etwas vorsichtiger damit um. Doch nicht jede Maßnahme ist tatsächlich zur Wiederherstellung von verloren gegangenen Daten geeignet. Denn der Datenverlust hat viele Gesichter.

Datenverlust durch defekte Festplatten

Festplatten sind auch heute noch das Synonym für den verbauten, nicht flüchtigen Speicher in einem Notebook, PC oder Tablet. Dass sich hier verschiedene Arten von Geräten (wie zum Beispiel SSDs, HDDs oder Flash-Speicher in Tablets und Smartphones) tummeln, muss man als Laie nicht unbedingt im Detail unterscheiden. Denn alle dienen dem Zweck, Daten dauerhaft und ohne ständige Stromversorgung zu speichern. Wird das Gerät ausgeschaltet, bleiben die Daten auf diesen Speichermedien also erhalten.

Anfällige Technik

Festplatten kennen wir bereits seit Jahrzehnten. In einem Gehäuse rotieren eine oder mehrere übereinandergesetzte Platten, auf denen mit Magnetschreibköpfen Informationen geschrieben und wieder gelesen werden können. Während die ersten Festplatten für uns Normalsterbliche unerschwinglich waren, bieten sie heute unglaubliche Kapazitäten zum Speichern von Daten. Das, und die mittlerweile sehr günstige Herstellung, ist auch der Hauptgrund, warum wir überhaupt noch Festplatten in unseren Computern einsetzen. Mehrere Terrabyte Kapazität kosten nur einen Bruchteil eines SSD-Pendants. Und nicht überall wird die überragende Geschwindigkeit von SSDs benötigt. So werden Festplatten mit zwei oder mehr Terrabyte gerne für unsere Fotoarchive, Musiksammlungen, selbst produzierte Videofilme und Dokumente genutzt.
Und genau hier ist auch schon das erste große Unheil im Anmarsch.

Von Sammlern und Jägern

Lange vorbei sind die Zeiten, wo wir sorgfältig auswählen mussten, welche Fotos oder Dateien wir dauerhaft speichern oder von der Festplatte löschen mussten. Oder erst gar nicht auf die Festplatte bekommen haben. Die Kapazitäten sind mittlerweile einfach riesig. Als ich Anfang der 90er Jahre meinen ersten PC kaufte, konnte man dort erstaunliche 105MB an Daten speichern. Heute hat mein aktuelles Gerät mit ca. 3 Terrabyte Gesamtspeicher das 30.000-fache an Kapazität. Bekomme ich aber auch locker voll. Nicht umsonst nennt man heute sowas im Fachjargon einfach „Datengrab“.

Es ist klar, dass ein Defekt heutzutage deutlich mehr Daten ins Jenseits befördert als anno dazumal. Vor allem unwiederbringliche Daten tun weh. Ein Betriebssystem oder unsere Office-Produkte sind schnell wieder eingerichtet. Das Foto vom ersten Geburtstag unseres Kindes nicht.

Wer sich diesen Kummer ersparen möchte oder bereits erlebt hat und zukünftig vermeiden will, denkt unweigerlich an mehr Sicherheit.

Aber nicht jede populäre Maßnahme ist tatsächlich sinnvoll. Ein paar Irrtümer wollen wir hier gerne anführen.

Die USB-Festplatte

Sehr gut. Erstmal haben wir uns schon mal die richtigen Gedanken gemacht. Wenn wir Fotos und Dokumente nicht nur auf unserem Computer, sondern zusätzlich auch auf einer externen Festplatte sichern, kann gar nichts mehr passieren. Nett gemeint, aber falsch gedacht.

Die Daten auf der externen Festplatte (oder USB-Stick oder CD-/DVD-R(W) oder SD-Card oder „beliebiges Medium einfügen“) sind hilfreich, wenn tatsächlich ein Malheur am PC passiert. Nur wie in vielen Fällen liegt die Datensicherung Monate zurück und alles, was dazwischen auf den PC neu gespeichert wurde, ist verloren. Sie haben deutlich kürzere Zyklen, in denen sie ihre Verzeichnisse auf das externe Speichermedium kopieren? Das ist schon besser, aber muss konsequent und dauerhaft passieren.

Zwei Festplatten

Eine zweite Festplatte in den PC einbauen und als RAID 1 betreiben (die Festplatten werden gespiegelt, also beide Platten mit den gleichen Daten beschrieben)?
Auch das verhindert nur, dass die Daten nach Ausfall einer Platte nicht verloren sind. Mit Datensicherheit hat das noch immer nicht viel zu tun. Außerdem sind bei so einem Raid-Verbund meist beide Platten gleich alt und somit auch die zweite stark gefährdet, in absehbarer Zeit sich ebenfalls zu verabschieden. Und gegen einen Defekt des Controllers ist auch hier kein Kraut gewachsen.

Was wollt ihr dann?

Eine vernünftige Datensicherung passiert automatisiert. Zeitgesteuert in regelmäßigen Abständen sollen nicht nur blind die Daten von einem Medium zum anderen kopiert werden, sondern auch mehrere Sicherungsstände aufbewahrt werden. Und das idealerweise nicht alles am gleichen Sicherungsmedium.

Im Idealfall verwenden wir eine Software, die regelmäßig den Datenbestand auf ein externes Medium wegsichert. Damit nicht jeden Tag der komplette Umfang gesichert werden muss, legt so eine Sicherungssoftware einmal pro Woche (oder Monat, je nach Konfiguration der Software) einen kompletten Sicherungsstand an und speichert dann täglich nur mehr die Veränderungen ab. Dies nennt man eine Zuwachssicherung und wird so auch im professionellen Bereich gehandhabt.

Welchen Vorteil haben wir damit?

Und jetzt geht es für viele erstmal in den theoretischen Bereich. Viele Administratoren können aber nicht nur ein Lied, sondern ganze Arien darüber singen. Mit einer Datensicherung, bei der man auf ältere Sicherungsstände zugreifen kann, können auch zwischenzeitlich gelöschte Ordner oder versehentlich gelöschte Dateien wieder hergestellt werden. Sichert man nur den aktuellen Stand und hat unbeabsichtigt Dateien, Fotos oder ganze Ordner entfernt, hilft der gute Wille leider gar nichts. Die Sicherung enthält nur das, was eh vorhanden ist.

Hat man eine Sicherung, die den Datenstand über mehrere Wochen auf dem externen Datenträger bereitstellt, hat man die Möglichkeit, eine ältere Version wieder herzustellen. Je nach Sicherungsstrategie und Kapazitäten kann das auch durchaus mehr als ein Jahr bedeuten.

Hat man sich in der Software so einen Rhythmus eingeplant und will zusätzlich noch auf Nummer Sicher gehen, verteilt man die täglichen Sicherungsdaten auf zwei oder mehr Medien. Somit ist zusätzlich auch der unwahrscheinliche Fall abgesichert, dass das externe Laufwerk zu Schaden gekommen oder verloren gegangen ist.

Wir wissen, dass gerade im privaten Bereich eine Datensicherung eher selten oder nur rudimentär durchgeführt wird. Einerseits entstehen Kosten für zusätzliche Laufwerke, andererseits ist die Auswahl an Backup-Programmen so groß, dass eine Entscheidung nicht immer einfach ist. Und zudem sollte man auch wissen, was man tut. Es geht schließlich um kostbares digitales und vor allem einzigartiges Gut.

Wie Sie eine zuverlässige Datensicherung mit möglichst wenig Aufwand bei sich zu Hause einrichten, erklären wir Ihnen in Kürze ausführlich anhand der kostenlosen Software „VEEAM Agent for Windows Desktop“, einer ausgezeichneten Lösung von einem professionellen Anbieter von Sicherheitssoftware und -lösungen.