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Microsoft Stream – Was ist das und wie funktioniert’s?

Mi, 12. Mai 2021

Geht es Ihnen auch oft so? Sie kaufen ein Produkt und erhalten mehr als zuerst angenommen? Ja, klar. TV-Shopping-Kanal mit Horst. Die Schwester der Frau eines Bekannten meines besten Freundes kauft einen Staubsauger und bekommt noch gratis ein Messerset und eine Saftpresse dazu. Obendrauf für die ersten 300 Besteller noch eine echte Bienenwachskerze und Keksformen für Weihnachten als Gratiszugabe. Und nur heute bis 18 Uhr dieses tolle Taschenmesser, das aussieht, als komme es direkt aus der Schweiz!

Wer sich ein Microsoft Office Paket in Form eines digitalen Abos zulegt, dem mag es im ersten Moment ähnlich erscheinen. Eigentlich wollten wir ja nur Excel und Word. In der heutigen, modernen Zeit vielleicht auch noch den einen oder anderen Cloud-Dienst zum Speichern oder Kommunizieren. Aber so wirklich alle dort angebotenen Apps und Dienste brauchen wir doch nicht. Oder?
Dass Microsoft verschiedenste Office-Pakete mit mehr oder weniger großem Umfang an verschiedenen Programmen anbietet, ist den meisten bekannt. Auch dass sich viele Programme und Dienste darin verbergen, die wir erst auf den zweiten Blick oder überhaupt erst nach dem ersten Besuch auf www.office.com bemerken.
Eines dieser oft unbemerkten Zusatzprodukte ist Microsoft Stream. In vielen Fällen fristet diese Applikation ein Schattendasein. Anwendern ist Stream meist nur dann bekannt, wenn Sie des Öfteren Aufzeichnungen von Team-Meetings suchen und zu Microsoft Stream verlinkt wurden.

Die Frage nach dem Warum

Was hat es also mit diesem Microsoft Stream auf sich? Kann ich da Videos gucken? Ist das sowas wie Youtube für Arme? Brauche ich das? Und gibt es das auch als lokales Programm?
So einfach lassen sich die meisten Fragen nicht mal beantworten. Denn wer Stream richtig einsetzen will, muss sich erstmal über die Frage des Warums im Klaren sein.
Primär setzt Microsoft sein Stream im Cloud-Ökosystem dafür ein, um auch Videoinhalte innerhalb der eigenen Cloud zu speichern. Damit verbunden ist die nahtlose Verbindung zwischen anderen Cloud- und Officeanwendungen. So werden Aufzeichnungen von Besprechungen oder Meetings nicht auf einer lokalen Festplatte oder einem Server gelagert, sondern direkt in der Cloud aufgezeichnet und via Stream zur Verfügung gestellt.

Einerseits eine ideale Lösung, da wir für eine Freigabe der Inhalte nicht erst einen langwierigen Upload tätigen müssen. Und die Bedeutung des Wortes langwierig wird bei Videoformaten erst recht gerecht.
Aber auch die Tatsache, dass die Nutzung der Videos erstmal nur dem Besitzer obliegt und dieser dann entscheiden kann, mit wem die Inhalte geteilt werden, ist ein großer Vorteil. Keine Daten in fremden Cloud-Storages, sondern alles zentral verwaltet in der Microsoft Cloud.

Ein weiterer Pluspunkt ist wie oben erwähnt die Integration in andere Microsoft Cloud-Dienste. Insbesondere für Microsoft Teams, das einerseits als Kommunikationsplattform dient, andererseits mit der Kollaborationsfunktionalität geradezu prädestiniert ist für die Verbindung zu Microsoft Stream.
Mit Stream können Sie nämlich nicht nur Ihre aufgezeichneten Besprechungen oder Schulungen aufzeichnen, sondern auch ganz einfach eigenen Content kreieren. Mit den Cloud-eigenen Bordmitteln lassen sich im Handumdrehen Aufzeichnungen vom Bildschirm oder Webcam erstellen. Auch einfache Schneidemöglichkeiten sind bereits integriert.
Um der Cloud-Strategie gerecht zu werden, können Sie diesen Content dann in Gruppen oder Kanälen dem gesamten Unternehmen zur Verfügung stellen. Oder mit einzelnen Personen einfach teilen. Auch hier wieder der große Vorteil der Microsoft-Cloud. Auch bei diesen Inhalten geben Sie die Datenhoheit niemals aus den Händen.
Wem die Aufzeichnungen und selbst erstellten Inhalte nicht genügen, kann auch externe Videos zu Stream hochladen.

In Zukunft verspricht Microsoft, dass auch das Teilen mit externen Personen, also außerhalb des eigenen Unternehmens, unterstützt werden soll. Momentan ist diese Funktionalität noch nicht gegeben. Zudem wird diese Freigabe auch vom Unternehmen erst freigeschaltet werden müssen.

Und wer soll das nutzen?

Jeder, der Stream in seinem Office-Paket hat, kann Stream einsetzen. Ob man eine kurze Anleitung aufzeichnet, wie man in bestimmten Situationen verfahren soll oder eine selten genutzte Funktion dokumentieren möchte. Jeder kann dies ohne zusätzliche Software erledigen. Darin liegt auch einer der großen Vorteile von Stream. Man benötigt nicht für alles ein professionell ausgestattetes Experten-Team, sondern kann so zum Beispiel Anleitungen innerhalb einer Abteilung mit wenig Aufwand selbst gestalten.

Es lohnt sich

Microsoft Stream ist eines der Produkte, die man vorher kaum auf dem Schirm hatte. Wer sich allerdings ein wenig Zeit nimmt und sich damit beschäftigt, findet immer mehr und mehr Anwendungsgebiete, die sich damit optimal abbilden lassen.
Und keine Angst vor einem neuen Programm. Microsoft bietet Ihnen bereits von Beginn an einige Kurzvideos, wie Sie mit Stream am besten starten und es am einfachsten nutzen können.