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Dem Datenverlust entgegentreten

Mi, 14. April 2021

Bei den Ansichten und Meinungen, was eine Datensicherung denn nun ist, gehen oftmals die Meinungen auseinander. Kein Wunder, denn nicht selten ist entweder der eigene Horizont nicht weit genug oder es überwiegt der Drang, aus Mücken Elefanten zu machen.

Ganz sicher spielt vor allem im privaten Bereich auch der finanzielle Aspekt eine andere Rolle als im Firmenumfeld, wo nicht gesicherte und verloren gegangene Daten schnell auch eine kostspielige Angelegenheit werden können.

Dennoch lässt sich sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich eines auf einen gemeinsamen Nenner bringen: „Weg ist weg!“ Ein Erinnerungsfoto, das unwiederbringlich ins ewige Daten-Nirwana geschickt wurde, lässt sich eben nicht ersetzen. Damit geht zwar kein finanzieller Schaden einher, wohl aber ein ideeller.

Ach, hätte ich doch nur…

Ja, wir kennen alle den einen guten Versicherungsvertreter, der uns Angst und Bange macht, wenn es um das leibliche oder finanzielle Wohl der Familie geht. Das Eigenheim muss nicht brennen, aber wenn, dann sollte man abgesichert sein. Und ob beim fünf Jahre alten Familien-Kombi eine Vollkasko-Versicherung noch Sinn macht, wird diese bestens geschulte Person Ihnen eines deutlich klar machen: „Ja, selbstverständlich!“

Ob es nun richtig war, dem Versicherungsvertreter mit Ja oder Nein zuzustimmen, erkennen wir erst, wenn etwas (nicht) passiert ist. Nachher ist man immer schlauer.

Wir wollen uns heute aber mit einem eindeutigen „Ja“ beschäftigen und werfen zuerst ein wenig Licht auf die dunklen Seiten von Ausfallsicherheit und Datensicherung.

Die Ausfallsicherheit geht mit der Datensicherheit oft Hand in Hand

Sie werden schnell merken, dass oftmals die Grenzen zwischen der Ausfallsicherheit und Datensicherheit gar nicht mal so weit voneinander entfernt sind. Deswegen gehen viele der zu erklärenden Vorgänge nahezu Hand in Hand. Beginnen wir also mit der Ausfallsicherheit.

Zumeist wird Ausfallsicherheit mit der Verwendung von mehreren Festplatten (oder SSDs) gleichgesetzt. Dies stimmt bis zu einem gewissen Teil. Spätestens dann, wenn nicht die Festplatte, sondern der Controller oder andere Bauteile des Systems in Mitleidenschaft gezogen wurden, erkennt man die Lücken dieser Gedankengänge.

Trotzdem beginnen hier die ersten Schritte. Daten mehrfach (redundant) zu haben, ist einfach eine tolle Sache.

Sind mehrere Festplatten die Lösung?

Was passiert, wenn eine Festplatte oder SSD ausfällt? Im Normalfall rührt sich der PC erstmal nicht mehr. Er lässt sich zwar einschalten, gibt aber ziemlich bald die Fehlermeldung aus, dass kein System vorhanden ist. Festplatte kaputt, nichts geht mehr.

In vielen PCs lassen sich im Gegensatz zu Tablets mehr als nur eine Festplatte einbauen. Und nicht selten lassen sich im BIOS (oder UEFI) die Festplatten zu einem RAID-System zusammenfassen.

Deshalb ist eine einfache Möglichkeit, die Ausfallsicherheit zu erhöhen und zwei Festplatten zu einem RAID-1-System zu konfigurieren. Ein RAID-System ist eine Möglichkeit, mehrere Festplatten auf unterschiedliche Weise zu nutzen. RAID (Level) 1 bedeutet, dass sich eine gleiche Anzahl von Festplatten (oder SSDs) im „mirroring-mode“, also im Spiegelmodus befinden. Dabei wird zum Gebrauch nur eine Platte zur Verfügung gestellt, intern werden aber auf die zweite Platte zeitgleich dieselben Daten gespeichert.

Fällt nun eine der beiden Platten aus, sind alle Daten noch auf der anderen vorhanden. Im Idealfall muss nur die defekte Platte ausgetauscht werden und das RAID-System (kontrolliert über das BIOS/UEFI oder einen eigenen verbauten RAID-Controller) wird wieder auf beide Platten automatisch angewendet. Das hat natürlich einen ganz klaren Vorteil gegenüber einem Gerät mit nur einer Festplatte und ist nicht selten das Zünglein an der Waage, ob Daten noch gerettet werden können oder eben nicht.

Die externe Festplatte

Auch externe Festplatten können ein gewisses Maß an Sicherheit geben, nämlich dann, wenn sie wirklich für eine Datensicherung genutzt werden. Mittlerweile sind dank eSATA- oder USB 3.0-Anschluss auch externe Festplatten schnell genug, um damit produktiv zu arbeiten. Auch wenn es verlockend klingt, ist davon eher abzuraten. Zum einen haben wir mit den externen Laufwerken die gleiche Ausfall-Problematik wie bei internen Laufwerken. Ist das Medium defekt, kann vielleicht nur mehr ein teurer Datenrettungsdienst weiterhelfen. Zum anderen kann eine Festplatte, die nicht im Computer eingebaut ist, irgendwo vergessen werden. Im Besten Fall bei einem Bekannten, im schlechtesten Fall hat sie ein unbekannter in den Händen. Außerdem erkauft man sich durch die Transportfähigkeit auch einen weiteren Nachteil, nämlich der Möglichkeit, dass die Festplatte einfach irgendwo runterfällt. Vorsicht bei billigen Geräten, dort werden nämlich gar nicht selten normale Desktop-Festplatten verbaut, bei denen sogar ein Umkippen zu einem kapitalen Schaden führen kann. Spezielle Festplatten für den externen Einsatz halten eine Fallhöhe bis zu einem Meter aus, kosten aber mehr. SSDs sind in der Hinsicht robuster, aber gegen einen Bruch auf der Platine sind auch diese Geräte machtlos.

Das NAS (Network Attached Storage – Netzwerkgebundener Speicher)

Da auch im privaten Bereich seit vielen Jahren sogenannte NAS-Systeme Einzug halten, schauen wir uns kurz die Vorteile eines „Network Attached Storage“ an.

Tatsächlich handelt es sich meist um abgespeckte PC-Technik in einem minimalen, belüfteten Gehäuse, das über einen oder mehrere Einschubplätze für Festplatten oder SSDs verfügt. Die Speicherkapazität wird im jeweiligen Netzwerk allen Berechtigten Usern oder Computern zur Verfügung gestellt.

Der Vorteil ist schnell erklärt. Nicht nur, dass die Daten von mehreren Geräten zentral gespeichert und abgerufen werden können, verfügen sogar die einfacheren Geräte meistens schon über zwei Festplatten oder mehr. Es gibt zwar Geräte mit nur einer Festplatte. Solche Geräte machen aber nur Sinn, wenn man eine günstige Möglichkeit sucht, von mehreren Geräten (Notebook, PC, Tablet etc.) auf die gleichen Daten zuzugreifen. Möglichst Daten, bei denen es nicht sonderlich wichtig ist, wenn sie verloren gehen.

Die Konfiguration, Berechtigungseinstellungen und Überwachung der Festplatten erfolgt über das NAS-interne Web-Portal, wo neben den RAID-Einstellungen auch automatische Benachrichtigungen für den Ernstfall eingestellt werden können.

NAS mit mehr als zwei Festplatten finden bei Enthusiasten und Profis noch mehr gefallen. Denn damit lassen sich viele Kapazitätsgrenzen einfacher Systeme locker überschreiten. Ebenso hat sich bei mehr als zwei Festplatten das RAID-Level-5-System etabliert. Das System im Detail zu erklären würde den Rahmen dieses Blogs eindeutig sprengen, aber soviel sei dann doch erwähnt – bei einem RAID 5 werden die Daten so geschickt verteilt und mittels Paritätsdaten abgesichert, dass eine Festplatte ausfallen kann, ohne einen Datenverlust zu erleiden. Trotzdem benötigen wir nicht doppelt so viele Laufwerke, wie wir Kapazität benötigen. Ein ausgeklügelter Algorithmus macht’s möglich.


Raid Level 5

Raid Level 5 (Quelle: Wikipedia)

Oftmals bieten moderne NAS-Systeme speziell für die private Nutzung noch etliche zusätzliche Features, die einen Einsatz zusätzlich schmackhaft machen. Ob nun eine Musik- oder Filmbibliothek damit direkt auf das Endgeräte gestreamt oder direkt über HDMI ausgegeben wird oder ob man damit seinen eigenen Cloud-Speicher realisieren möchte – mit unterschiedlichsten Modellen und Ausstattungen wird vieles ermöglicht.

Ist ein NAS denn jetzt schon eine Datensicherung?

Das kommt darauf an, wie wir es einsetzen. Arbeiten wir zum Beispiel mit Bildern lokal auf unserem PC und speichern die Bilder zusätzlich auf dem NAS, dann kann man dies zum Teil bereits als Datensicherung bezeichnen. Arbeiten wir hingegen nur mit den Daten direkt auf dem NAS, sind die Daten eben kein zweites Mal vorhanden. Daher auch keine Datensicherung, wohl aber eine etwas bessere Ausfallssicherheit.

Was ist denn nun eine Datensicherung?

Um den tatsächlichen Sinn einer Datensicherung oder Backup-Lösung zu verstehen, müssen wir uns erstmal über etwas grundsätzliches im Klaren sein. Ein Backup macht gerade im professionellen Bereich nur dann Sinn, wenn nicht nur eine Kopie der aktuellen Daten vorliegt, sondern man auch auf Speicherstände über einen längeren Zeitraum zugreifen kann.

Das muss jetzt nicht unbedingt nur ein Schutz vor geänderten Inhalten, bearbeitenden Bildern oder ähnlichem sein. Im Falle einer Verschlüsselung durch eine Schadsoftware, die über einen Trojaner ihren Weg auf ihren PC gefunden hat, ist so eine Datensicherung der letzte Ausweg, um einer kostspieligen Erpressung zu entrinnen. Und diese Thematik betrifft Privatpersonen ebenso wie Unternehmen. Keine vernünftige Datensicherung bedeutet Datenverlust. Die Unterschiede zeigen sich am ehesten noch am entstandenen Schaden. Unternehmen verlieren oft neben Zeit und Geld auch an Image, falls dies bekannt wird. Private Personen trauern ihren Erinnerungsfotos nach, die unwiderruflich verloren sind.

Für den privaten Gebrauch gibt es sogar kostenlose, aber dennoch sehr professionelle Datensicherungs-Software. So kann mit wenig Aufwand eine sichere Lösung auch für den privaten Bereich kostengünstig realisiert werden.