
Ihr habt Teams Premium lizenziert – unter anderem wegen Town Halls, Webinaren oder Microsoft Places? Dann solltet ihr jetzt genau hinschauen. Denn Microsoft verschiebt zum 1. April 2026 eine ganze Reihe von Premium-Features in die Teams Enterprise Lizenz. Das klingt erst mal gut – heißt aber auch: Lizenzierungen müssen geprüft, Event-Strategien angepasst und bestehende Workflows umgestellt werden.
Microsoft Places: Vom Premium-Add-on in die Basislizenz
Ab April 2026 werden Places Finder und Places Explorer für nahezu alle Lizenzen freigeschaltet, die Zugang zum Kalender in Outlook und Teams beinhalten – unter anderem Microsoft 365 E3, E5, Business Basic, Business Standard, Business Premium, Outlook 365 E1/E3/E5, Exchange Online und diverse Teams-Lizenzen.
Places Finder liefert erweiterte Kontextinformationen bei der Raumbuchung: Bilder, Grundrisse, verfügbare Technik und benutzerdefinierte Attribute. Wer bisher nur den klassischen Room Finder in Outlook nutzt, bekommt damit ein deutliches Upgrade.

Places Explorer ermöglicht kartenbasierte Raum- und Arbeitsplatzbuchungen und zeigt, welche Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind.

Für IT-Admins heißt das: Die Lizenz ist da – aber die Daten müssen stimmen. Places lebt davon, dass Räume, Etagen und Gebäude sauber im Places Directory gepflegt sind. Ohne das bleibt Places eine leere Hülle. Wie das geht, seht ihr im zugehörigen Youtube-Video.
Die KI-gestützten Places-Features (z. B. Copilot-basierte Raumempfehlungen oder Space Analytics mit KI-Analyse) erfordern weiterhin eine Microsoft 365 Copilot Lizenz.
Teams Shared Space: Aus der Device-Lizenz wird eine Raumlizenz
Die bisherige Teams Shared Devices Lizenz wird in Teams Shared Space umbenannt und deckt künftig deutlich mehr ab: Eine einzelne Lizenz gilt für bis zu vier Schreibtische – zusätzlich zu den bisherigen Möglichkeiten (Common Area Phone, Teams Panel, Shared Space, Hotdesking-Device).
Dazu kommen Desk Booking für Mitarbeitende, Space Management im Places Directory (Modi, Eigenschaften, Buchungs- und Auto-Release-Policies) und Space Analytics mit Nutzungsberichten für lizenzierte Shared Spaces.
Für Bestandskunden: Die Umstellung erfolgt automatisch. Eine zusätzliche, kostenlose Lizenz muss nur zugewiesen werden, wenn ihr die neuen Desk-Funktionen nutzen wollt.
Town Hall und Webinar: Premium-Features wandern in Teams Enterprise
Hier steckt das größte Einsparpotenzial. Alle erweiterten Town-Hall- und Webinar-Features aus Teams Premium werden ab April 2026 Teil der Teams Enterprise Lizenz: Streaming Chat, Reactions, Real-time Event Insights, Meeting Theme und E-Mail-Customization mit Organisationsbranding, eCDN für stabile Streams bei großen Audiences und immersive Events mit 3D-Umgebungen und Avataren.
Jeder User mit Teams Enterprise Lizenz kann künftig Events mit bis zu 3.000 interaktiven Teilnehmenden hosten – mit dem vollen Feature-Set. Dazu kommt eine View-only-Erfahrung für Town Halls mit bis zu 10.000 Teilnehmenden.
Für größere Events führt Microsoft Attendee Capacity Packs ein, die auf bis zu 100.000 Teilnehmende skalieren. Die Packs gibt es in verschiedenen Größen, gelten für unbegrenzt viele Events während der Lizenzlaufzeit und werden über das Teams Admin Center zugewiesen. Preise sind noch nicht bekannt.
Übergangsregel für bestehende Premium-Kunden: Wer vor dem 1. April 2026 eine Premium-Lizenz besitzt, kann bis zum Ende der aktuellen Laufzeit weiterhin Events mit bis zu 100.000 Teilnehmenden hosten. Danach sind für Events über 3.000 Teilnehmende die neuen Capacity Packs erforderlich.
Teams Live Events: Abschaltung am 30. Juni 2026
Parallel dazu hat Microsoft angekündigt, dass Teams Live Events zum 30. Juni 2026 eingestellt werden. Bereits geplante Events können noch bis zum 28. Februar 2027 stattfinden, neue Live Events lassen sich aber schon jetzt nicht mehr über den 30. Juni 2026 hinaus planen.
Auch die zugehörigen Graph APIs (die isBroadcast-Property der onlineMeeting-Ressource) werden deprecated – Beta-Endpunkt ab 31. März 2026, v1.0 ab 30. Juni 2026. Wer Live Events über Dynamics 365 oder Viva Engage automatisiert erstellt, muss diese Workflows auf Town Halls migrieren.
In Kombination mit den Lizenzänderungen wird der Umstieg auf Town Halls zum Pflichtprogramm vor dem Sommer 2026.
Was bleibt exklusiv in Teams Premium?
Teams Premium bleibt als Lizenz bestehen. Diese Features wandern nicht in Enterprise: Custom Branding für reguläre Meetings, Watermarking, End-to-End-Verschlüsselung, Advanced Collaboration Tools, Intelligent Recap, Queues App für Teams Phone sowie erweiterte Bookings- und Virtual-Appointments-Funktionen.
Die vollständige Übersicht findet ihr in der Microsoft-Dokumentation. Einen Überblick über Teams Premium generell haben wir in diesem Blogpost zusammengefasst.
Was ihr jetzt tun solltet
Bis zum 1. April sind es nur noch wenige Wochen:
Teams Premium Lizenzen überprüfen. Wer Premium primär wegen Town Halls, Webinaren oder Places lizenziert hat – rechnet nach, ob sich das ab April noch lohnt.
Places Directory vorbereiten. Grundrisse, Raumattribute und Desk-Informationen einpflegen, sonst bringen die neuen Features nichts.
Shared Space Lizenzierung prüfen. Aktuelle Shared Devices inventarisieren und prüfen, ob die Vier-Desks-pro-Lizenz-Regelung euch was bringt. Zusätzliche kostenlose Lizenzen müssen ggf. manuell zugewiesen werden.
Live Events Migration planen. Noch auf Teams Live Events? Dann jetzt auf Town Halls umstellen – ob manuell oder über Graph API, Dynamics 365 oder Viva Engage.
Event-Kapazitäten einschätzen. Regelmäßig Events über 3.000 Teilnehmende? Dann braucht ihr die neuen Attendee Capacity Packs. Frühzeitig mit eurem Microsoft-Partner klären.
Fazit
Microsoft räumt bei der Teams-Lizenzierung auf – und für die meisten Organisationen heißt das: Mehr Funktionen ohne Zusatzkosten. Wer seine Lizenzierungen jetzt sauber prüft, startet ab April mit einer schlankeren Struktur und leistungsfähigeren Events.
Ihr wollt eure Teams-Lizenzierung im Zuge der Änderungen bewerten lassen? Meldet euch bei uns – wir schauen gemeinsam drüber.



